, Valeria Mazzucchelli

Kurze Einsätze, lange Nachtklänge – Basler Chornacht 2025

Die Chornacht 2025 startete mit einem kleinen musikalischen Sprint. Im Basler Stadtcasino durften sich gleich 29 Chöre präsentieren, allerdings nicht mit einem Konzert, sondern mit einem Speed-Dating der vokalen Art. Jeder Chor hatte 30 Sekunden Zeit sich vorzustellen. Und das nicht etwa vor einem externen Publikum, sondern vor dem kritischsten Publikum überhaupt: den anderen Chören.

Fotos: Tilman Pfäfflin

Kurze Liedausschnitte, choreografierte Einsätze, mutige Tonartenwechsel und charmante Harmonien – alles in der Hoffnung, sich bei den Kolleg:innen mit einem originellen Auftritt in Erinnerung zu rufen. Ob das gelang? Schwer zu sagen. Bei 30 Sekunden blieb selbst für Applaus kaum Zeit.

Richtig ernst, im besten Sinne, wurde es dann um 21:30 Uhr in der Leonhardskirche, wo das Ensemble Singvoll sein Konzert hatte. Auf dem Programm standen die Hymnen von Gustav Holst, die in der Atmosphäre der Kirche besonders zur Geltung kamen. Die Sängerinnen, die Harvenspielerin Conzuelo und der Dirigent Timon bewegten sich durch die Klangwelten und wechselten dabei mühelos zwischen mystisch und energetisch, so mühelos jedenfalls, dass das Publikum nicht bemerkte, wie anspruchsvoll das Ganze eigentlich war. Die Zuhörer:innen der Leonhardskirche lauschten geduldig, während andere Zuhörer:innen an einem anderen Ort bereits applaudierten. Denn das ist das besondere an der Chornacht: In der ganzen Stadt finden kleine Konzerte von den unterschiedlichsten Chören statt.

Die Chornacht 2025 war ein lebendiger Beweis dafür, dass Chormusik alles andere als angestaubt ist und dass selbst 30 Sekunden reichen können, um sich gegenseitig musikalisch auf die Schulter zu klopfen.