kommentare - Basler Liedertafel

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junge tafelrunde


Unsere Aktivitäten

-    aus Sicht der Basler Liedertafel





    
Grosse Ehre für die Basler  Liedertafel,
toller Auftritt für die junge tafelrunde!




Die junge tafelrunde mit dem Beizenchor im «Alten Zoll»
am 21. März 2015





Das Lokal war gerappelt voll, als ich endlich dort eintraf. An einen Sitzplatz war gar nicht zu denken, sogar Stehplätze waren Mangelware. Eine dicke Säule hielt mich dann ein paar Stunden lang aufrecht und bot mir guten Stand, ohne denjenigen die Sicht zu verbauen, die wohl per ÖV kamen und sich rechtzeitig den gemütlichen Sitzplatz ergattern konnten, den ich mir für heute Abend vorgestellt hatte. An «Offizielle» und «Pressevertreter» denkt ja an so einem Anlass eh keiner!

An den kleinen Hunger ebenfalls nicht, Flammkuchen, Bierringe und ähnliches waren bald ausverkauft. Aber wer war denn schon zum Essen hier!? Gekommen sind sie für musikalische Leckerbissen. Um den potenziellen Nachwuchs der Liedertafel zu hören, der «jungen tafelrunde» und ihrem Dirigenten Philippe Rayot zu zeigen, wie sehr die Basler Liedertafel auf sie und hinter ihnen steht. Zu sehen, was «ihre» junge Dirigentin des Reveille-Chors, Sarah Hänggi, mit ihrem «Basler Beizenchor» so alles drauf hat. Andere einfach, um ihre Sängerfreunde anzutreffen oder um mit unserem Sängerkollegen aus dem 1. Bass, Urs Brunner, auf seinen Geburtstag anzustossen. Was immer der Grund, enttäuscht wurde niemand!



Ein gutes Dutzend sichtlich aufgestellte junge Sängerinnen und etwa halb so viele männliche Kollegen bilden den «Basler Beizenchor» welcher im Sommer 2013 von Sarah Hänggi als Projekt gegründet wurde, um Lieder aus der Jugend, der heutigen Zeit, aber auch aus Kneipen und anderen Kulturen miteinander einzustudieren und in Beizen, Gassen, unter Brücken und an den Ufern des Rheins zum Besten zu geben, wie der Webseite zu entnehmen ist. So getan im «Alten Zoll»: Mit freudig und präzis vorgetragenen Arrangements bekannter Hits wie «Ghostbusters», «The last unicorn» aus dem Musical America und «Chim chim cheree» aus «Mary Poppins» eroberten sie sofort die Herzen des Publikums. Der «jungen tafelrunde» war dies «Phänomenal egal» (Farin Urlaub), und mit «McNamara’s Band» von Bing Crosby und dem herrlich vorgetragenen «All for me grog» brachten sie einen Hauch von irischer Pub-Atmosphäre in die gute alte Basler Kneipe.



Die Jungs von BBC (nein, nicht die aus England :-) und jtr taten sich dann zusammen zum «Mambo Nr. 5» von Lou Bega (A little bit of…) und liefen mit ihrer Version von «Die da!» von den «Die Fantastischen Vier» zu Bestform auf. Mit «Mary Lou», «Survivor» (Stichwort Beyoncé), «Otherside» von «Red hot chilli peppers», «Bella, ciao», ursprünglich ein Partisanensong aus dem italienischen
Bürgerkrieg, und «Tourdion», einer Komposition aus dem 16. Jh. zum Thema «chantons et buvons», zeigte Sarah Hänggi mit ihrem BBC die breite Palette des heutigen Chorgesangs. Mit «Smooth criminal» von Michael Jackson und «Copa de la vida» von Ricky Martin verabschiedeten sich die Formationen gemeinsam, allerdings nicht ohne das unter anhaltendem Applaus geforderte «Die da» als Zugabe. Beste Reklame für Chorgesang, beste Unterhaltung, bester Beweis, dass die Chorszene lebt und jung geblieben ist.

Die Jungs von BBC (nein, nicht die aus England :-) und jtr taten sich dann zusammen zum «Mambo Nr. 5» von Lou Bega (A little bit of…) und liefen mit ihrer Version von «Die da!» von den «Die Fantastischen Vier» zu Bestform auf. Mit «Mary Lou», «Survivor» (Stichwort Beyoncé), «Otherside» von «Red hot chilli peppers», «Bella, ciao», ursprünglich ein Partisanensong aus dem italienischen Bürgerkrieg, und «Tourdion», einer Komposition aus dem 16. Jh. zum Thema «chantons et buvons», zeigte Sarah Hänggi mit ihrem BBC die breite Palette des heutigen Chorgesangs. Mit «Smooth criminal» von Michael Jackson und «Copa de la vida» von Ricky Martin verabschiedeten sich die Formationen gemeinsam, allerdings nicht ohne das unter anhaltendem Applaus geforderte «Die da» als Zugabe. Beste Reklame für Chorgesang, beste Unterhaltung, bester Beweis, dass die Chorszene lebt und jung geblieben ist.

                                                                                                                          Martin Rechberger






«Wider die Gleichgültigkeit»


Junge Tafelrunde und Reveille-Chor umrahmten
philosophische Buchvernissage im Antikenmuseum.





Der Anlass war ein Plädoyer. Ein Philosophiebuch mit dem Anspruch des Autors, es für dich und mich geschrieben zu haben, Philosophie, die man versteht. Und die man, rückblickend betrachtet, am Sommerabend des 4. Juni im Antikenmuseum auch schon mal greifen konnte. Der Anlass also war, etwas konkreter, die Vernissage für das Buch «Wider die Gleichgültigkeit – Plädoyer für eine moderne ebenskunst» von Josef Dohmen, Professor für Philosophische und Praktische Ethik an der Universität für Humanistik in Utrecht. Eingeladen hatten die Elisabeth Jenny-Stiftung in Riehen und der rüffer & rub Sachbuchverlag in Zürich, der das Buch auf Deutsch herausgebracht hat. Reveillechor und Junge Tafelrunde waren eingeladen, die in der Form eines Expertengesprächs arrangierte Buchvorstellung musikalisch zu begleiten.

Den Anfang machte die Junge Tafelrunde, deren musikalischer Leiter Philippe Rayot schon mit der Vorstellung des ersten Stücks einen Lacher setzte: Es gehe hier doch wider die Gleichgültigkeit, habe er gelesen, und da sei der Titel «Phänomenal egal» ja wohl grad passend. Das Lied wurde vom Publikum auch mit Vergnügen aufgenommen, ebenso wie die Stotter-Story «K-K-K-Katy», welche die jungen Männer mit sprühender Komik vortrugen. Der Reveillechor unter der Leitung von Sarah Hänggi konnte so bereits auf dem Boden guter Stimmung mit der lüpfigen «Marianna», dem lyrischen «Vollmo» und der lieblichen Ode an «La Montagna» eine Kulisse musikalischer Gegensätze aufbauen, in der sich anschliessend eine ebenso gegensätzliche Diskussion über moderne Lebenskunst den Weg bahnte. Die beiden Diskussionspole waren der Autor Josef Dohmen und der Theologieprofessor und Münsterpfarrer Lukas Kundert, geleitet und mit Stichworten gewandt herausgefordert von Simon Ganther, dem Präsidenten der Elisabeth Jenny-Stiftung. Das Gespräch drehte sich um Interpretationen von Authentizität im Handeln, um die möglicherweise notwendige Erneuerung der christlichen Glaubensgrundsätze «Glaube, Hoffnung, Liebe», um Freundschaft und Hingabe, um unsere modernen Lebensformen und wie wir uns in ihnen zurechtfinden. Spannend für philosophische Laien war der Beizug von Thesen und Meinungen bekannter Philosophen und Autoren von Sokrates, Epikur und Seneca (die im Raum gewissermassen leibhaftig anwesend waren) bis zu Montaigne, Nitzsche, Taylor und anderen. Die beiden Gesprächsteilneh mer verstanden es, Übereinstimmung und Gegensätze kenntlich zu machen und die zitierten Philosophen in einen verständlichen Zusammenhang zu stellen.

Danach gab es musikalische Erholung mit der vom Reveillechor liebevoll intonierten «Montanara», den schmissigen «Fanfares du printemps» und dem rätoromanischen Gruss «Lingua materna». Die Junge Tafelrunde erfüllte die Erwartungen des Publikums mit «All for me grog», «She» und «Mary Lou». In beiden Musikblöcken hatten die Chöre auch je ein gemeinsames Lied vorgetragen: «Kumm mer fahre iber e Rhy» und «Le petit village». Den Schluss des musikalischen Rahmens bildete ein vom Publikum herzhaft mitgetragenes «z Basel an mym Rhy», wobei nicht nur der Münsterpfarrer, sondern nach kurzem Abtasten von Melodie und Dialekt auch der Gast aus Utrecht fröhlich mittaten. Der Rest war ein urgemütlicher Sommerabend im Garten des Antikenmuseums bei allerlei Köstlichkeiten und mit vielen Bekannten da und dort. Das Buch übrigens konnte man an Ort und Stelle kaufen. «Für Rudolf von Josef», steht jetzt bei mir handschriftlich auf der ersten Seite. Und darunter: «Dein Leben… Ein Kunstwerk!».

                                                                                           Ruedi Messerli


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