Glarner Kantonal-Gesangfest 2016 - Basler Liedertafel

Direkt zum Seiteninhalt

Hauptmenü:

Reveille-Chor

Der Reveillechor am Glarner Kantonalgesangfest 2016:
„Eine Bereicherung“

Erwartungsfroh steigen die Sänger des Reveillechors mit ihrer Dirigentin, Sarah Hänggi, am Samstag Morgen, 11. Juni, in den beim Bahnhof bereitstehenden Reisecar, begleitet von vier Getreuen aus dem „Fanclub“. Ziel: Niederurnen GL. Der Wetterbericht verheisst nichts Gutes. Die getönten Fensterscheiben lassen die vorbeiziehende Landschaft noch trüber erscheinen, als sie es bei diesem wolkenverhangenen Himmel ohnehin schon ist. So zieht man es vor, sich in die interessante Lektüre des Festführers zu vertiefen.

Der Frauenchor Niederurnen, der Männerchor Näfels, der Gemischte Chor Oberurnen und der Singkreis Mollis laden unter der Leitung ihres OK-Präsidenten, Christoph Bächtiger, zum 54. Glarner Kantonalgesangfest ein. 40 Chöre aus der Deutschen Schweiz haben sich angemeldet. Nebst sieben weiteren Experten hat man Rainer Held als Chefexperten engagiert. Das lässt auf eine kompetente und unbestechliche Jury schliessen. Also, warm anziehen...

Eine aufgestellte Tagesbegleiterin aus dem Frauenchor Niederurnen, Elisabeth Gisler, begrüsst uns herzlich und führt uns gleich zum Apero und dann zum anschliessenden Mittagessen. Unser Auftritt wird in der reformierten Kirche sein. Es bleibt noch etwas Zeit, um uns dort zwei Vorträge anzuhören und uns über die räumlichen Gegebenheiten und die Akustik eine Vorstellung zu machen. Wir stellen befriedigt fest, dass sich in diesem Gotteshaus gut singen lässt, mal abgesehen von der etwas stickigen Luft. Jeder Stuhl ist besetzt. Zum Teil stehen die Leute.

Nun ist es höchste Zeit zum Einsingen im Schulhaus. Nach den üblichen Dehn- und Lockerungsübungen geht’s ans Eingemachte. Mit der ihr eigenen Beharrlichkeit, lässt Sarah selbst beim Einsingen nichts durchgehen. Gut so, denn wir wollen ja eine unseren Ansprüchen gerecht werdende Leistung abliefern.

Letzte Anspannung und Konzentration dann vor dem Auftritt im eigens für die Sänger aufgestellten Zelt gleich neben dem Seiteneingang der Kirche. Der Regen prasselt auf das Zeltdach. Dann öffnet sich die Kirchentür und die Sänger huschen ins Innere, bedacht darauf, vom herunter rinnenden Regenwasser nicht allzu stark geduscht zu werden, was dem zahlreich erschienen Publikum schon mal ein Schmunzeln ins Gesicht zaubert. Die Sympathie ist auf unserer Seite.

Ob die von unserer Dirigentin gewählte Dramaturgie der Liedreihenfolge (s. Urkunde) das Publikum und vor allem die Jury ebenfalls zu verzaubern vermag? Sie vermag. Der Einstieg gelingt. Das gibt uns Sicherheit für das zweite Lied und beflügelt unseren Solisten, Urs Kohler, zu einer beeindruckenden Perfomance. Der letzte Akkord unseres dritten Liedes verhallt in gekonnt gehaltenem Pianissimo im Kirchengewölbe. Es ist mucksmäuschenstill im Publikum. Die Jury reibt sich die Augen. Dann, tosender Applaus!

Im Anschluss erleben die meisten Sänger zum ersten Mal ein Expertengespräch. Der Chefexperte, Rainer Held, stellt Sarah Hänggi Fragen in Bezug auf Interpretation und Absichten, macht ein Kompliment an unseren Solisten und stellt unsere Werkwahl unter kundigen Ausführungen zu den jeweiligen Komponisten in einen grösseren, interessanten Zusammenhang. Noch hält er sich mit einer Wertung unserer Leistung zurück. Eine Aussage ist bemerkenswert: Der Unterschied Eures Chores zu den meisten anderen Chören ist die unverkennbare gesangliche Substanz der Basler Liedertafel, die man einfach heraushört. Ihr seid für dieses Glarner Kantonalgesangfest eine Bereicherung! Das hört sich schon mal gut an, gibt aber keinerlei Aufschluss über das zu erwartende Prädikat.

Zufrieden, aber gespannt auf die am abendlichen Festakt ohne unser Dabeisein  verliehene Urkunde, treten wir unsere Heimreise an. In Wollishofen stärken wir uns im „Sasso“ an einer köstlichen Spaghettata und haben hinreichend Gelegenheit, auf das gute Gelingen anzustossen. Dem Wirt, der eigens für uns sein Restaurant aufgemacht und für uns gekocht hat, singen wir zum Abschied eines unserer Vortragslieder.

Draussen wird es dunkel. Die meisten dösen bereits auf den bequemen Sitzen. Da tönt es aus dem Lautsprecher: Prädikat „vorzüglich“.  Applaus! Adel Said, der das Gesangfest mit einem mehrtägigen Verwandtenbesuch verbindet, ist am Festakt dabei und informiert uns via SMS. Alle sind wieder hellwach und sind sich beim Verabschieden einig: Das Gesangfest ist auch für uns eine Bereicherung!

                                                                                             Ruedi Kämpfer

Zurück zum Seiteninhalt | Zurück zum Hauptmenü