BGF Biel-Benken 2013 - Basler Liedertafel

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Bezirksgesangsfest Biel-Benken
15./16. Juni 2013




Ein paar lange Gesichter habe ich am Tisch der Basler Liedertafel schon bemerkt, als Hannes Müller in seiner Funktion als Präsident des Chorverbandes beider Basel und Mitglied des Expertenteams die Namen der Chöre verlas, welche sich das Prädikat „Sehr gut“ an diesem Chorwettbewerb ersangen und der Name der Basler Lieder- tafel immer noch nicht fiel. Er war schon bei „Gut“ nicht gefallen. Auch die gespannte, ja etwas erstaunte Mine von Simon Bürgin sprach Bände. Dabei hatten wir noch den tosenden Applaus des Publikums in den Ohren und der Komponist des Satzes unseres 1. Stückes „Muess i denn zum Städtele ´naus“ und ebenfalls Mitglied der Jury, Mario Ursprung, applaudierte gar als Erster von der Empore herunter.

Wer konnte schon wissen, dass es noch ein Prädikat „Vorzüglich“ gab.

Umso grösser der Jubel am leider bereits stark gelichteten Tisch und die Freude bei Simon Bürgin, der damit seinen verdienten Lohn als krönenden Abschluss seiner „Karriere“ bei der Basler Liedertafel entgegennehmen durfte, überreicht vom frischgebackenen Präsidenten der Basler Liedertafel, Rudolf Kämpfer, der die Urkunde unter Fahnen schwingenden Bannerträgern der klassierten Chöre aus den Händen von Hannes Müller entgegen- nehmen durfte.

Dem Auftritt vorangegangen war eine hektische Zeit. Nervenaufreibende Momente für unseren „Notnagel-Dirigenten“ Simon Bürgin, der einmal mehr für den erkrankten Torsten einspringen musste und der infolge der Teilnahme des Reveille-Chores an der „Nacht des Glaubens“, oft mit einer arg geschrumpften Liedertafel proben musste.

„Eigentlich habe ich den ganzen Chor für
die Einstu- dierung Ihrer schwierigen Kom- position nur für drei Proben einigermassen komplett vor mir gehabt“ erklärt er dem erstaunten Mario Ursprung, welcher diesen anspruchsvollen Satz gesetzt hatte und ausgerechnet in der Jury mitwirkte. Er war des Lobes voll über die Umsetzung und insbesondere beeindruckt von Chorklang und Dynamik unse- res Vortrages, wenngleich auch er feststellte, dass natürlich der „Chor der norwegischen Matrosen“ aus Wagners „Der fliegende Holländer“ und der „Choeur des Soldats“ die Zuhörer am Meisten begeisterten. „Das „Vorzüglich“ hat sich der Chor aber klar mit „Muess i denn“ geholt, denn die Abzüge für Vorträge mit Klavierbegleitung sind normalerweise sehr hoch“, bemerkte er denn auch zum Schluss mit einem Lächeln.

                                                    
An dieser Stelle deshalb auch ein grosses Kompliment und ein eben- solches Dankeschön an unseren Pianisten Tommaso Lepore! Du bist nicht nur ein hervorragender Korrepe- titor, sondern ganz einfach ein fantastischer Pianist, was du am 5. Schlusskonzert der Musik-Akademie Basel am 26.Juni „mit Links“ noch einmal bewiesen hast. (Mehr darüber im nächsten Heft!)

Ebenfalls danke ich ganz herzlich Trudi Pancera, die uns auch diesmal nicht nur als Supporterin begleitet und unterstützt hat, sondern unseren Auftritt fotografisch festgehalten hat. Auch hier demnächst mehr auf www.liedertafelbasel.ch


Die Basler Liedertafel darf also von einem überaus gelungenen Auftritt sprechen. Einer von nur fünf Chören mit dem begehrten Prädikat „Vorzüglich“ zu sein, ist eine gute Leistung. Schade nur, dass in der kleinen Dorfkirche so wenige Zuschauer Platz fanden. Diese aber waren begeistert, sodass es sich Simon Bürgin nicht nehmen liess, „die Matrosen nochmals antreten zu lassen“; eine an Gesangswettbewerben offenbar nicht übliche Geste, wie ich hier und da aufschnappte.

Gute Noten gab’s auch allseits für die gute Organisation des Anlasses. Die Beteiligung mit 21 Chören aus dem Bezirk Arlesheim und Gastchören aus der Nordwestschweiz, dem Aargau und aus dem Kanton Zürich brachte über 700 Leute ins Festzelt. Diese wurden schnell und gut bewirtet, waren zeitweise ausgesprochen laut bei den teilweise langfädigen Reden der Offiziellen und sangen bald kräftig mit den darbietenden Chören mit. Ich könnte mir vorstellen, dass die Hitze im Zelt im Laufe des animierten Abends nicht nur den Temperatur- und Lärmpegel des einen oder anderen Sängers ansteigen liess. „Liedertäfeler“ gehörten allerdings wohl keine dazu. Der lange Tisch leerte sich recht bald nach dem offiziellen Teil, die Landschäftler feierten unter sich.

Auf dem Heimweg durfte ich noch einige Komplimente von Sängern aus anderen Chören entgegennehmen. Oft gefolgt von „Ihr seid ja auch die Basler Liedertafel!" Schön wär es natürlich, wenn dieser gelungene Auftritt den einen oder anderen Sänger aus der näheren Umgebung inspiriert hätte, einmal bei uns zu schnuppern. Dann hätte sich unser Ausflug ins Baselbiet doppelt gelohnt!


Martin Rechberger


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