Auf zum Jagen - Basler Liedertafel

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Auf zum Jagen


(bz vom 17.11.2008)

 


LIEDERTAFEL
Singen für einen guten Zweck


NIKOLAUS CYBINSKI

 

«Was gleicht wohl auf Erden dem Jägervergnügen?» fragen nicht nur die Grünröcke in Carl Maria von Webers Romantischer Oper «Der Freischütz» – das fragten am Freitag-abend in der Allschwiler Theresia-Kirche auch, als Zugabe gesungen, die Männer der «Basler Liedertafel» im ersten der beiden Benefizkonzerte zugunsten des Dr. Augustin-Hauses Allschwil.

«Wie lieblich schallt durch Busch und Wald des Waldhorns süsser Klang»: Unter diesem Motto hörten wir Chorsätze der Romantik zum Thema Wald und Jagd, und wo zur Jagd geblasen wird, braucht man Hörner. Folglich hatte die Liedertafel das Hornquartett «HornRuf» mit Simon Blaser, Milena Viotti, Denis Dafflon und Dominik Zinsstag engagiert, das mit einem heiteren «Rondino à la chasse» von Franz Strauss das Konzert eröffnete und dessen Stimmung vorgab. In den Chorsätzen von Mendelsohn, Schumann, Schubert, Zipp, Lortzing und Abt (dessen «Waldandacht» das Konzert beschloss) wurde romantisches Lebensgefühl lebendig, diese Mischung aus Schwärmerei und Sehnsucht.

WER NUN BEIM Stichwort «Männerchor» heimlich die Nase rümpft, dem sei gesagt, dass die ehrwürdige Basler Liedertafel ausgezeichnet sang. Konstantin Keiser hatte seine sechzig Männer sorgfältig einstudiert, und die sangen differenziert in der Dynamik, sauber in der Intonation und deutlich artikulierend. Vor allem waren sie mit ungekünstelter Begeisterung bei der Sache.

Es hat Spass gemacht, dem Chor zuzuhören, dessen Gesamtklang auch in markanten Fortissimi immer kultiviert bleibt. Keisers musikalischer Leitung ist zu danken, dass kei-nerlei billige Sentimentalität aufkam, denn Mendelsohns Eichendorff-Vertonung «Wer hat dich du schöner Wald...» verlockt ja dazu, doch am Freitag blieben die Zuhörer verschont, und das machte auch einen Wert dieses Benefizkonzertes aus.

FRANZ STRAUSS (1822-1905), der Vater von Richard, war ein bekannter Hornvirtuose, und seine Kompositionen für Hornquartett sind immer noch hörenswert. Schön gespielt von den vier Horrnisten. Und da unsere Wälder eher Holzplantagen ähneln, lassen wir uns gerne romantisch verführen. Langer Beifall für ein schönes Konzert.


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