160. Cäcilienfeier 2016 - Basler Liedertafel

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160. Cäcilienfeier
Samstag, 12. November
Restaurant Rhypark, Basel


Der Abbruch des Hotels Hilton war für die Organisatoren der diesjährigen 160-sten Cäcilien-Feier eine Herausforderung. Es ist nicht leicht, in Basel um diese Zeit für über hundert Gäste  einen schönen Saal mit geeigneter Küchen- und Service-brigade zu finden. Um es vorweg zu nehmen, der Rhypark hat die hohen Erwar-tungen der Basler Liedertafel und deren illustre und prominente Gäste nicht zu erfüllen vermocht. Sei’s drum. Es war trotzdem ein gelungener Anlass. Das lag zu allererst an den hochkarätigen Gästen aus Politik und Gesellschaft, deren Referate, allesamt aus dem Stegreif gehalten, grosse Klasse und voller Lob auf den Einsatz der Basler Liedertafel für Kultur und Chorgesang waren. Aber auch an den musikalischen  „Zwischengängen“ unseres Pianisten und der jungen tafelrunde, der humorvollen und pointierten Ansprache unseres Präsidenten,  der Übergabe des Schecks an den Begünstigten und dessen Dankesrede und nicht zuletzt der gekonnten Moderation unseres Ex-Präsidenten Pierre Comte, der die Lücke des abtretenden Michael Massaro mit Bravour ausfüllte.

Aber nun mal schön der Reihe nach. Nach dem Aperitif, der gegenseitigen Begrüssung der Tischrunde und Bestellen der Getränke, durfte der Genannte die stattlich Zahl von etwas über hundert Gästen begrüssen, darunter die Präsidentin des Grossen Rates Basel-Stadt, Frau Dominique König-Lüdin, die Vizepräsidentin des Musik-Konvents Basel, Frau Elisabeth Rüegsegger, und die Herren Baschi Dürr, Regierungsrat Basel-Stadt, Dr. Hans-Martin Tschudi, Präsident des Collegium Musicum, Lorenz Cairoli, Stellvertretender Meister der Zünfte und Ehrengesellschaften, Claudio Lupi, Präsident des Chorverbandes beider Basel, Hansjörg Wild, Gemeindepräsident Riehen, Peter Wirz, Präsident Verein Offene Tür Riehen, und Ulrich Brückner, Präsident des Regio-Chor Binningen.  Von unseren Inserenten waren erfreulicherweise wiederum die Herren Ernst Vogt, Geschäfts-führer der Firma Edition und Druck GmbH (sie druckt seit Jahren unser Vereinsheft zum Freundschaftspreis!), André Barbey, Geschäftsführer Barbey Söhne AG (das sind die, wo der Vater gut singt und die Kinder gut malen!), unser Webmaster Hanspeter Rüegsegger, und Thomas Zimmermann von der Firma Piano Stein, Birsfelden, welcher mit Liefern und Stimmen des Klaviers den Grundstein legte für erfolgreiches und erfreuliches Musizieren unseres Pianisten Reto Reichenbach, sowohl in der Dorfkirche Riehen, in der Peterskirche wie auch im Rhypark. Nicht unerwähnt lassen möchte ich auch die Präsidenten, Dirigentinnen- und Dirigenten, Obmänner und Geschäftsführer der verschiedenen Chöre und Institutionen innerhalb der weitverzweigten Institution Basler Liedertafel.  Tout Bâle, wie es bei Tamara Wernli wohl heissen würde.

Nach dieser langen Aufzählung mit ent-sprechendem Zwischen- und Schluss-applaus waren es die Sänger der jungen tafelrunde, die den Abend musikalisch eröffneten mit  zwei schottischen folk songs: „Will Ye go Lassie, go“ und „Wild Mountain Thyme“, letzterer auch im Repertoire von Berühmtheiten wie  Joan Baez und Bob Dylan, wie ich beim Googeln der korrekten Schreibweise erfuhr.  

Nach der Vorspeise folgte das Gastreferat von „noch nicht ganz wieder“ Regierungsrat Baschi Dürr. Er blieb in seiner als Gastreferat angekündigten Replik, notabene ohne Manuskript, unserem Präsidenten nichts schuldig und unterhielt das Publikum humorvoll und pointiert. Beeindruckend.  Allerdings, man könnte natürlich auch kritischer sein. Das erwartete Gastreferat, also eine fundierte Auseinan- dersetzung mit einem aktuellen Thema, wie jeweils der „Auftrag“ lautet, war es natürlich nicht. Er gab später auch unumwunden zu, dass er gemeint habe, er solle eine Grussadresse überbringen. Einige im Saal meinten denn auch schmunzelnd, es hätte in seinem eigenen Departement einige interessante Themen gegeben. Nun, seine Rede kam trotzdem sehr gut an. Es sollte zudem der Auftakt zu einem wahren kleinen Feuerwerk von originellen Grussadressen werden.

Passend gewählt und nicht weniger virtuos mit seinen 10 Fingern wie vorher Baschi Dürr mit seinen Worten, und ebenfalls ohne „Manuskript“, interpretierte dann Reto Reichenbach die wenig bekannte Introduktion und Variationen „Ein Schweizerbub“ von Fédéric Chopin, leicht und perlend. Ein Genuss.




Dann waren es der Reihe nach Frau Dominique König-Lüdin, Präsidentin des Grossen Rates Basel-Stadt, Herr Lorenz Cairoli, Stv. Meister der Ehrenwerten Zünfte und Gesellschaften, Basel-Stadt, und Dr. Hans-Martin Tschudi, Präsident des Collegium Musicum, welche die Grussbotschaften ihrer Ämter und Institutionen auf inhaltlich treffend und humoristisch hohem Niveau darbrachten, oder sollte ich sagen zum Besten gaben?





 
Diese geballte Ladung an Witz und Humor und die herrlichen musikalischen Vorträge allein schon waren die nicht ganz geringen Kosten für die Sänger für diesen Anlass mehr als wert.  Beste Unterhaltung und viel Lob für die Basler Liedertafel; und dankbarer Gesprächsstoff, um beim Schlange stehen für den nun folgenden Hauptgang die Wartezeit zu verkürzen.

Traditionellerweise werden an diesem Anlass auch die neuen Ehrenmitglieder der Basler Liedertafel eingeladen und durch den Präsidenten und den Verantwortlichen für Personelles, Gusti Gersbach, geehrt. Dieses Jahr war es Jacques-Eric Nippel-Bross, ehemaliger Sänger. Er wurde zum Ehrenmitglied für 50 Jahre Mitgliedschaft ernannt. Jaques-Eric ist 96-jährig, geistig noch sehr fit und gesprä-chig, aber aufs Schwerste gehbehindert. Ein solcher Anlass wäre für ihn ein Marathon, den er nicht mehr bewältigen kann und er bedauerte es sehr nicht dabei zu sein. Gusti hat versprochen ihm die Ehrenurkunde verbunden bei einem Plauderstündchen, einem Häppchen und einem Cüpli zu überbringen.

Den Schluss und weiteren Höhepunkt jeder Cäcilienfeier bildet natürlich die Übergabe des Schecks an den Begünstigten unserer Bene-fizkonzerte. Mit grosser Freude durfte Herr Peter Wirz, Präsident des Vereines „Offene Tür“ den symbolischen Scheck über die stolze Summe von Fr. 8‘000.-- entgegennehmen, den er im Namen des Vereines Offene Tür ganz herzlich verdankte.

Mit dem obligaten Schlusslied beendete die Liedertafel den offiziellen Teil des Abends für einmal vor dem Dessertbüfett, um den  Eili-geren unter uns die nächste Wartezeit zu ersparen. Die junge Tafelrunde nutzte diese, um einige weitere Kostproben ihres grossen Könnens zum Besten zu geben und am einen oder anderen Tisch hörte man zaghafte Versuche, es ihnen gleichzutun. Bald aber lichtete sich ein Tisch nach dem anderen. Klar, die meisten kommen klugerweise per ÖV an diesen Anlass. Erfreulicherweise, aber nicht ganz überraschend, gehörte der Tisch der Sänger der jungen tafelrunde auch diesmal zu den letzten, die sich leerten, womit die Hoffnung bestehen bleibt, dass auch dieser wichtige Aspekt der Basler Liedertafel, die Pflege der Freundschaft und Geselligkeit, in dieser tollen Formation den gebührenden Stellenwert hat.

Martin Rechberger

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